TAHOWA – GPS Live Tracking

6. Juni 2016 at 16:05

Blauwassersegeln Schiffsüberführung (3.552 sm)   /   Nordsee – Griechenland

Reinke 13M - TAHOWAReinke 13 M „TAHOWA“

 

 Überführungstörn

Eine erste interessante Möglichkeit des Mitsegelns bot die Überführung der Reinke 13 M „TAHOWA“ im Frühjahr (Start 09. April 2016) von der Nordsee nach Griechenland.

Törnroute

Schiffsüberführung  Reinke 13 M „TAHOWA“ (ca. 3.200 sm – geplant)   /   Nordsee – Griechenland

  • Nordsee (Hooksiel – Ost-/Westfriesische Inseln) => Englischer Kanal (Dover – Portsmouth – Falmouth) – 570 sm
  • Atlantik (Falmouth/Englischer Kanal) => A Coruna (Spanien) – 450 sm
  • Atlantik (A Coruna/Spanien) => Faro (Portugal) – 540 sm
  • Albóranmeer (Faro/Gibraltar) => Balearisches Meer (Ibiza/Menorca) – 620 sm
  • Balearisches Meer (Menorca) => Westliches Mittelmeer (Cagliari/Sardinien) – 290 sm 
  • Westliches Mittelmeer (Cagliari) => Tyrrhenisches Meer (Trapani/Sizilien) – 160 sm
  • Tyrrhenisches Meer (Trapani/Sizilien) => Ionisches Meer (Malta) – 220 sm
  • Ionisches Meer (Malta) => (Lefkada/Griechenland) – 360 sm

Zeitraum

09.04.2016 bis 04.06.2016

GPS LIVE TRACKING (Position und Segelroute der „TAHOWA“)

 [Legende: geplant/dünne Linie bzw. live GPS/fett]

Auf dieser Karte können Sie die Überführung und spätere Segelrouten der „TAHOWA“ live mit verfolgen. Mit einem SPOT GEN3 Satelliten Messenger wird die aktuelle GPS Position in Echtzeit (alle 5 Minuten) über einen Kommunikationssatelliten (Globalstar) aufgezeichnet und kommt als Information mit dem Service GPS Live Tracking in dieser Karte zur Anzeige. Der GPS Satelliten Messenger ist unabhängig vom Mobilfunknetz und anderen reichweitenabhängigen Diensten, da die Informationen wie oben beschrieben, direkt über Globalstar Satelliten gesendet werden.

WeSpotGPS Live Tracking

Neue Medien – Neue Möglichkeiten – Neue Lösungen

 

6. Etappe Schiffsüberführung

4. Juni 2016 at 22:55

Malta – Preveza/Lefkada

Der aktuelle Blogbeitrag folgt in Kürze…

5. Etappe Schiffsüberführung

28. Mai 2016 at 22:57

Cagliari – Malta

Die 5. Etappe in Kurzform:

  • Cagliari – Marettimo – Favignana – Levanzo – Marsala – Pantelleria – Gozo – Comino – Malta
  • ca. 430 sm / 2 Wochen
  • 2 Nachtfahrten

In der Kurzfassung hört sich alles sehr unspektakulär an, weil man die meisten Orte bzw. Inseln kaum kennt, die Gesamtstrecke für zwei Wochen nichts besonderes bedeutet und auch die Anzahl der Nachtfahrten keine Herausforderung darstellt. Trotzdem ist diese Etappe im Rahmen der Gesamtüberführung ein besonderes Highlight.

In Cagliari kommen Donna, mein Sohn Max und seine Lebensgefährtin Miriam an Bord. Bevor die Leinen losgeworfen werden, erkunden wir noch die Stadt mit seinen schönen Gassen und netten Restaurants. Bummeln, shoppen, Essen gehen und die Seele baumeln lassen.

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Plombe am Backenzahn verloren und suche nun deshalb in Cagliari einen Zahnarzt auf. Die Praxis befindet sich in einem oberen Stockwerk eines sehr imposanten  Gebäudes in der Altstadt und über die extrem steile alte Treppe geht es in eine urige Praxis mit außergewöhnlichem Ambiente. Gerahmte Gemälde an der Wänden und verspielte kleine Kunstwerke und Lampen schmücken die Räume. Die beiden Zahnärzte mit dicken Rauschebärten empfangen mich – etwas überraschend – in gepflegter deutscher Sprache. Sie sind ursprünglich von Deutschland nach Italien gegangen und betreiben seither dort ihre Praxis. Sie wollen sehr viel über meine bisherige Segelroute wissen, wir plaudern nett und unterhaltsam und nebenher wird der Zahn perfekt betäubt, ausgebohrt und neu befüllt für insgesamt nur 60,- EUR Behandlungskosten.

Nach diesen interessanten Erlebnissen und schönen Erkundungen in Cagliari geht es dann los zur „Urlaubsetappe“ meiner Überführung. In den nächsten zwei Wochen sind kürzere Schläge mit einigen Zwischenstopps geplant. Auch der Anteil der Nachtfahrten soll so gering wie möglich sein, weil die Mitsegler keine Erfahrung damit haben und weil nach den letzten 5 Wochen etwas Erholung für mich gut tut.

Das erste Zwischenziel, die Ägadischen Inseln, werden auch gleich zu einem Erlebnis der besonderen Art. Hauptsächlich drei winzige (ziemlich unbekannte) Inseln auf der Strecke von Sardinien nach Sizilien mit italienischen Flair wie einem kitschigen Film. Die  Inselgruppe liegt vor der Westküste Siziliens in der Nähe von Trapani. Sie bestehen hauptsächlich aus den drei größeren Inseln Marettimo, Favignana und Levanzo. Die Ägadischen Inseln haben insgesamt eine Fläche von nur ca. 37 km² und rund 4.300 Einwohner, wobei ca. 80 Prozent der Einwohner auf der Hauptinsel Favignana leben.

In der Antike waren die Ägadischen Inseln Schauplatz der letzten Seeschlacht zwischen den Flotten Karthagos und der Römischen Republik. Das Gemetzel endete damals mit einem Sieg der Römer über die Karthager und beendete den Ersten Punischen Krieg.

Marettimo, unser erster Stopp, liegt etwa 15 sm vor der Küste von Trapani und sticht durch die schroffe gebirgige Landschaft sowie durch die traditionellen Fischerhäuser ins Auge. Die Insel mit seinen markanten Kalksteinklippen, die in das kobaltblaue Meer abfallen, wirkt durch sein Äußeres etwas geheimnisvoll und unberührt. In dem kleinen Dorf von Marettimo essen wir am frühen Abend zusammen mit Einheimischen super frischen Fisch und genießen das besondere Flair in der späten Abendsonne. Die Nacht im kleinen Stadthafen wird etwas ungemütlich. Wir liegen längsseits an dicken schwarzen Gummipuffern, die auf eine schwere rostige Eisenkette gefädelt, normalerweise kleinere Fähren oder Fischerboote von der Kaimauer fernhalten sollen. Irgendwann dreht der Wind und zusätzlich kommt beachtlicher Schwell in das Hafenbecken. Die TAHOWA reibt kräftig an den schwarzen Gummipuffern, weil die eigenen Fender bei dem Auf und Ab nicht an ihrer gewünschten Position bleiben. Das schwarze harte Gummi hinterlässt hässliche Spuren am Rumpf der TAHOWA, aber ich tröste mich damit, dass die Hafenmauer selbst eine schlechtere Alternative gewesen wäre. Bis auf die kleinen Lackschäden am Rumpf und die Verschmutzungen überstehen wir die unruhige Nacht ohne nennenswerten Schaden.

Die größte der Inseln Favignana hat einen kleinen Hafen und wird von der Festung Santa Caterina dominiert. Mit ihren zwei Hauptplätzen und typischen niederen Mittelmeerhäusern ist die Stadt äußerst malerisch. Sie beheimatet auch zwei berühmte Gebäude, die vom Einfluss der Florio-Familie zeugen. Zum einem der Palazzo Florio, in der Nähe des Hafens und das große Gebäude der Florio-Thunfischfischerei. Wir ergattern einen letzten Liegeplatz in der Marina und freuen uns, scheinbar sicher am Schwimmsteg zu liegen.

Die Stadt begeistert uns und wir vertreiben uns die Zeit in den Straßen und netten Gassen, trinken leckere Sundowner in einer urigen kleinen Bar und lassen so das quirlige Leben der italienischen Inselstadt mit seiner Lebendigkeit, den schönen Menschen und mit seinem ganzen Charme an uns wie einem Film vorüberziehen. Ein wunderbarer Ort, den ich sicherlich zu einem anderen Zeitpunkt noch mal besuchen werde.

Wir liegen schon lange in der Koje und die Crew schläft tief und fest, als ich deutlich wahrnehme, wie sich die TAHOWA im Schwell an den Fendern der Nachbarboote reibt und gelegentlich kräftig in die Heckleinen einruckt. Dann plötzlich ein lauter Knall und etwas fliegt gegen den Rumpf. Sekunden später an Deck sehe ich, dass sich eine Heckleine am Schwimmsteg in einem alten Ring durchgescheuert hat und unter der Belastung gerissen ist. Ich springe ans Heck und sofort mit einer neuen Leine bewaffnet auf den Steg, bevor eventuell auch die zweite Heckleine reißt und die TAHOWA nach vorne gezogen wird. Auf dem Schwimmsteg kann ich mich kaum halten, weil die Steganlage selbst auf den Wellen sicherlich auch einen Meter auf und ab tanzt. Irgendwann war der Rhythmus zwischen Schwimmsteg und unserem Boot wohl nicht synchron und der Festmacher hat den 13 Tonnen Schiffsgewicht nicht widerstehen können. In den frühen Morgenstunden wird es wieder ruhiger im Hafenbecken und ich finde wieder etwas Schlaf. Die Crew im Vorschiff hatte den kleinen – aber lauten – Vorfall gar nicht mitbekommen und muss sich beim gemeinsamen Frühstück die entsprechenden Witze und kleinen Sticheleien anhören.

Levanzo ist die kleinste der drei Ägadischen Inseln, sehr hügelig und der größte Teil der Küste besteht aus beeindruckenden Felsklippen mit vereinzelten kleinen Stränden. Alles auf der Inseln ist minimal: 1 Dorf (Cala Dogana), 1 Straße, 2 Geschäfte, 2 Hotels und 2 Restaurants. Dafür aber unendlich viel Ruhe und purer italienischer Lebensstil. Da uns die Zeit etwas davonläuft und das Wetter günstig ist, umrunden wir Levanzo nur, nehmen von Bord aus schöne Eindrücke und Bilder mit und segeln direkt nach Marsala. Eine nette ältere Italienerin auf der Nachbaryacht in Favignana hatte mir empfohlen, anstelle von Palermo lieber Marsala anzulaufen. Der Ort ist vor allem auch wegen des gleichnamigen Likörweins bekannt, der von hier hauptsächlich nach England exportiert wird. In der Regel hat der Wein 15 % bis 20 % Alkohol, ist goldfarben bis bernsteinfarbig und wird in der touristischen Stadt an jeder Ecke angeboten. Der secco (trocken) hat immer noch eine Restsüße bis 40 g/l und der dolce (süß) sogar über 100 g/l. Natürlich probieren wir diesen Dessertwein an verschiedenen Orten der Stadt und beschließen danach einstimmig, dass diese aromatisierende Zutat in die Küche und Backstube gehört, aber eher nicht in ein Weinglas.

Von Marsala brechen wir dann am nächsten Morgen auf, um in einem Schlag (einschließlich Nachtfahrt) bis Pantelleria zu segeln. Alles verläuft nach Plan, bis auf die Kontrolle durch die italienische Küstenwache, die uns – fast schon in Sichtweite von Pantelleria – auf dem Meer stoppt und genauestens überprüft. Woher, Wohin, auf welcher genauen Route, Startzeit in Cagliari und Marsala, ETA in Pantelleria (Estimated time of arrival bzw. voraussichtliche Ankunftszeit), Namen und Geburtsdatum der Crewmitglieder und weitere Fragen sollen scheinbar sicherstellen, dass wir „sauber“ sind. Vermutlich ist es eine Routinekontrolle im Rahmen der Flüchtlingsproblematik und die Beamten machen ihren Job sehr genau und bestimmt, aber dennoch ausgesprochen freundlich. Schließlich sind wir nur ca. 80 sm von der bekannten Insel Lampedusa entfernt, die lange Zeit eine Chiffre für die europäische Flüchtlingskrise war, bevor sich der Fokus auf die Ägäis und die Balkanroute gerichtet hat. Aber die italienische Insel bleibt auch weiterhin Durchgangsort für Zehntausende Flüchtlinge und kriminelle Schlepper machen weiterhin ihr menschenverachtendes Geschäft. Nach einiger Zeit bedanken sich die Beamten für die Kooperation und sind genauso schnell verschwunden wie sie aufgetaucht waren.

Übersehen haben sie auf jeden Fall unseren kleinen gefederten „Flüchtling“ auf der Bugspitze zwischen Ankerkette und Dinghi. Der entkräftete kleine Vogel war auf halber Strecke zwischen Marsala und Pantelleria auf der TAHOWA „notgelandet“ und kauerte seither auf der Bugspitze. In der Nähe von Pantelleria verschwindet er dann wieder, um hoffentlich ausgeruht genug, die letzten Kilometer wieder selbstständig zu seinem Ziel zu fliegen.

Bei der Einfahrt in den Stadthafen von Pantelleria halten wir uns auf Steuerbord und machen in einem hinteren Teil des Hafens fest. Dort liegen schon einige Langfahrtsegler, die sofort einen Platz frei machen und beim Festmachen helfen. Das direkte Umfeld von unserem Liegeplatz sieht eher etwas verkommen aus und auf einigen Booten wird geschliffen, gebohrt und gestrichen. Wir fühlen uns trotzdem wohl und freuen uns über die freundlichen und hilfsbereiten Nachbarn.

Der Name Pantelleria stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Tochter der Winde“. Fast immer weht ein Wind, meist entweder der kühle Mistral aus dem Nordwesten oder der heiße Scirocco aus dem Süden. Die kleine Vulkaninsel (14 km lang/8 km breit) liegt ungefähr 32 sm östlich von der tunesischen Küste und hat ca. 7.000 Einwohner.

Ein Sehenswürdigkeit der Insel ist der Specchio di Venere (Spiegel der Venus), ein schwefelhaltiger Binnensee vulkanischen Ursprungs, der vor 16.000 Jahren entstanden ist. Er ist die einzige größere natürliche Süßwasseransammlung auf der Insel. Der See wird durch heiße Quellen gespeist und verliert sein Wasser ausschließlich durch Verdunstung. Ausgefallene Libellen-Arten und Wasserkäfer leben am See, aber Fische gibt es keine.

Pantelleria – „Schwarze Perle des Mittelmeers“ wird die Insel auch genannt, denn das Landschaftsbild lässt überall den vulkanischen Ursprung erkennen, auch bei den typischen sog. Dammus-Häusern aus Lavagestein erbaut, da Holz zum Hausbau auf der Insel fehlte. Diese typischen eingeschossigen Bauten – meist anthrazitfarbig mit weißgetünchten Dächern, sind verstreut auf der Insel, in teilweise traumhafter Lage und in kubischer Form erbaut, der sog. „arabischen Architektur“. Etwas überraschend ist, dass die meisten Einwohner sich als Landwirte betätigen und nicht etwa als Fischer. Wilde Kapern wachsen überall auf der Insel und terrassenförmig angelegte, üppige Weinberge werden beackert.

Weniger spektakulär ist der Hauptort Pantelleria. Hier wurde im Zweiten Weltkrieg fast jedes Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Italiens Diktator Mussolini hatte die strategisch günstige Position ausgenutzt und Pantelleria zur Festung ausbauen lassen, bis 1943 die Alliierten kamen und die Insel bombardierten.

Bei unser Inselrundfahrt mit dem Mietwagen bestaunen wir u. a. auch den „Arco dell’elefante“ (Elefanten-Bogen) am Meer, eine Felsformation, die wie der Kopf eines Dickhäuters samt Rüssel aussieht. Leider vergeblich halten wir Ausschau nach dem Stardesigner Giorgio Armani, der angeblich allein sechs „Dammusi“ auf der Pantelleria besitzt.

So müssen wir am Abend unser Bruschetta mit Kaperncreme, der sog. „Passito di Pantelleria“ und das kalte Bier in der Abendsonne am Hafen ohne Armani genießen und er hat leider diese schöne ruhige Stimmung (und natürlich unsere Gesellschaft) verpasst. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Von Pantelleria brechen wir am nächsten Morgen sehr früh auf in Richtung Malta. Wir wollen die ca. 120 sm bis Gozo ohne eine weitere Nachtfahrt schaffen. Das Wetter ist günstig und so erreichen wir unsere Ankerbucht am frühen Abend. Die fast kreisrunde „Dwejra Bay“ liegt im Westen der Insel Gozo hinter dem sog. „Fungus Rock“. Dieser beeindruckende Felsen ragt gegenüber der Bucht in die Höhe. Der Name „Fungus Rock“ stammt von einem Pilz, der nur dort wächst und dem eine antiseptische Wirkung nachgesagt wird. Daneben liegt die Felsenbrücke „Azure Window“, eine sehenswerte Attraktion der Insel. Bis auf den gelegentlichen Schwell (bei NW-Wind), ist die Bucht gut geschützt und nach einem späten Erfrischungsbad im kristallklaren Wasser und leckerem Abendessen, freuen wir uns auf einen entspannten Schlaf in der Koje.

Bevor wir am nächsten Morgen Valletta anlaufen, machen wir noch einen kurzen Badestopp auf Comino, (malt.: Kemmuna /deutsch: Kümmel), die kleinste bewohnte Insel des maltesischen Archipels und ankern in der sog. „Blauen Lagune“. Jährlich besuchen angeblich 20.000 Touristen diese Bucht und da dürfen wir nicht fehlen. Die Bucht war schon mehrfach Schauplatz von Kinofilmen, zum Beispiel wurden dort Madonnas Tauchszenen in „Stürmische Liebe – Swept Away“ gedreht sowie Szenen aus „Helena von Troja“. Heute steht „TAHOWA – Teil 1“ auf dem Drehprogramm. Nach kurzer Badepause beschließen wir allerdings dieses äußerst touristische Programm abzuschalten und nach Valletta zu „zappen“.

Valletta ist die Hauptstadt der Republik Malta und gleichzeitig die kleinste Hauptstadt eines EU-Staates. Schon bei der Ansteuerung erkennt man, dass Valletta historisch eine der besten gesicherten Städte der Welt war, denn sie wird von einem Ring aus Bastionen umgeben. Wir Motoren unter imposanten Festungsmauern zu unserem Liegeplatz in einer der Marinas der Stadt.

Die Stadt bietet zahlreiche , altertümliche Straßen, historische Cafés, Restaurants, Banken, Hotels sowie Regierungsgebäude und die öffentlichen prachtvollen Gärten gewähren immer wieder einen fantastischen Blick über den Grand Harbour. Wir können uns kaum satt sehen und laufen einen ganzen Tag lang kreuz und quer durch die Stadt. Welches Erlebnis muss es sein, wenn man Im Juli vor dieser einmaligen Open-Air-Kulisse das jährliche Jazzfestival in Valletta erlebt. Ich glaube der Monat für eine eventuelle nächste Segelreise nach Valletta steht jetzt schon fest.

Am Abend belohnen wir uns für den laufintensiven Tag mit dem maltesischen Nationalgericht „Fenek“ (Kaninchen) in Knoblauch-/Rotweinsoße serviert in einem kleinen Restaurant direkt an der Straße. Da außer uns nur Einheimische dort sitzen, erwarten wir neben der urigen Atmosphäre eine traditionelle Küche und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Wir werden nicht enttäuscht!

Nach der Abreise von Donna, Max und Miriam warte ich nun auf Reinhard, der mich auf der letzten Etappe nach Griechenland begleiten will. Jede Etappe während der Überführung brachte bisher, bedingt durch das jeweilige Seegebiet, den Wetterbedingungen und die wechselnden Crewmitglieder, eine eigene Atmosphäre an Bord. Aber gerade die letzten zwei Wochen sind sicherlich eine besonders kostbare Zeit gewesen. Bei meiner lieben „Familiencrew“, bedanke ich mich für diese schöne gemeinsame Zeit an Bord, für die Gespräche, für die Mithilfe beim Segeln + Kochen und für die Toleranz, wenn der „Stein im Schuh“ vielleicht mal gedrückt hat. *smile* Diese Etappe war etwas ganz besonders Kostbares, dass ich sehr gerne mit euch geteilt habe. Danke dafür!

 

Hinweis: Dieser Blogbeitrag befindet sich noch in der Bearbeitung!

 

4. Etappe Schiffsüberführung

14. Mai 2016 at 22:57

Villamoura – Cagliari (Blogbeitrag in Bearbeitung)

In Villamoura kommt am Freitag Abend Chris an Bord. Chris ist ein junger Mann, arbeitet zeitweise im maritimen Bereich (Großschifffahrt) und kennt sich auch mit dem Segeln aus. Auf regelmäßigen Segeltouren mit seiner Familie auf dem Langkieler seines Vaters sind ihm schon früh Segelbeine gewachsen. Aufgrund des großen Altersunterschieds müssen wir uns etwas ¨beschnuppern¨, können uns aber schnell gegenseitig akzeptieren und die seglerische Zusammenarbeit an Bord klappt super. Chris beherrscht die Eigenarten des behäbigen Twinkielers auf Anhieb und ist von der ersten Stunde an ein sehr zuverlässiger Rudergänger. Das ist vor allem beim Segel setzen, reffen und bergen enorm wichtig. Gerade aufgrund des Trecker-Vorsegels mit dem Fockbaum auf dem Vordeck ist es wichtig, dass der Rudergänger die richtigen Manöver fährt und Handgriffe z. B. für die zusätzlichen Bullenstander am Treckerbaum zügig und korrekt ablaufen.

Am Samstag starten wir von Villamoura aus für die Passage durch die Straße von Gibraltar. Die Seestrecke bis zur eigentlichen Durchfahrt bringen wir schnell hinter uns. Die berüchtigte schmale Engstelle zwischen Atlantik und Mittelmeer wird manchmal als „Tor zur Hölle“ bezeichnet. Für uns soll es aber das „Tor zum Paradies“ sein, denn wir erhoffen uns danach bequemes Segeln im warmen Mittelmeer mit Wind von achtern in Richtung Osten. Aber entgegen unserem optimistischen Wunsch beginnt dann ein „teuflischer“ Abschnitt, der viel Geduld und Durchhaltevermögen von uns erfordert. Die Strömung in der Straße ist enorm und natürlich kommt mal wieder alles auf die Nase. So kämpfen wir uns Meile für Meile gegenan. Das Aufkreuzen ist dadurch erschwert, da auf der nördlichen Seite des Verkehrstrennungsgebiets wenig freier Seeraum ist. Die kurzen Schläge und die zusätzlichen Ausweichmanöver bei anderen ebenfalls außerhalb des Fahrwassers fahrenden Schiffen erschweren unser Vorankommen zusätzlich.

Auch nach der Durchfahrt beginnt nicht das erhoffte Paradies, sondern es setzt immer noch eine beachtliche Strömung und der schon lange anhaltende Ostwind hat eine kräftige Dünung aufgebaut. Auf bessere Verhältnisse hoffend machen wir – entgegen der urspünglich geplanten Route – einen längeren Schlag in Richtung der Küste von Marokko. Zum Glück war diese Entscheidung gold richtig. Außerhalb des Hauptverkehrsstroms der großen Pötte sind die Nachtwachen unter Windfahnensteuerung angenehm stressfrei und wir machen einige Meilen in Richtung Osten gut. Die Auswertung von sog. Grip-File Windprognosen für die nächsten Tage ergibt, dass es auch windtechnisch durchaus Sinn macht, unser Ziel Sardinien auf einem südlichen Kurs anzusteuern. Nach zwei Tagen bewahrheitet sich die Entscheidung als richtig. Stundenlanges traumhaftes Segeln mit achterlichen Winden, Windfahnensteuerung und Sonne im Cockpit sind der Lohn für den Umweg. Da kommt bei einer Dose Bier und Musik aus der Soundbox so richtig schönes Langfahrtfeeling auf. So macht Segeln Spaß. Noch sind es ca. 300 sm bis Cagliari.

Nach einem kurzen, aber sehr erholsamen Zwischenstopp in dem kleinen Hafen Motril an der Südküste von Spanien, laufen wir aus mit Kurs Südsardinien. Aber dieses letzte Seestück bis Cagliari hat es dann wieder in sich. Der heftige Wind kommt ungünstig von vorn und die Dünung und die Windwellen überlagern sich und werden von Stunde zu Stunde höher. Zum Schluss erreichen sie Wellenhöhen von teilweise bis zu 5 Metern. Als wir schon dem Ziel Cagliari sehr nah sind und eigentlich „gefühlt“ schon fast angekommen sind, erwischt uns in der letzten Nacht noch ein heftiges Gewitter mit Sturmböen bis zu 55 kn. Unter gerefften Segeln müssen wir vor dem Sturm ablaufen und verlieren kostbare Seemeilen. Die ganze Nacht über tobt der stürmische Wind und immer wieder bauen sich die heftigen Böen auf. Wir suchen Schutz im Windschatten der beiden westlich von Sardinien gelegenen Inseln San Pietro und Sant´ Antioco. Erst in den frühen Morgenstunden trauen wir uns, wieder einen südlichen Kurs einzuschlagen, um die Südspitze von Sardinien zu umrunden.

Der Wind spielt mit uns scheinbar einen üblen Streich, denn auch auf der Südseite von Sardinien dreht der Wind ebenfalls und weht uns beständig auf die Nase. Es bleibt also mühsam, gegenan zu gehen und unser Zielhafen rückt nur langsam näher. Zu allem Überfluss versagt dann die Wasserpumpe des Dieselmotors ihren Dienst und ich muss bei dem Geschaukel im begehbaren Motorraum den Impeller wechseln.

Einige Stunden später erreichen wir dann endlich den ersehnten Hafen von Cagliari und machen im südlichen Teil der großen Bucht in der Marina di Sant´ Elmo fest. Gleich neben uns liegt eine weitere deutsche Yacht von Bob und Evelyn am Steg. In den nächsten Tagen verbringen wir mit den beiden Schweizern einige feucht-fröhliche Stunden an Bord mit netten Gesprächen und mit Livemusik von Lena und ihrem Lebensgefährten. Die beiden jungen Vollblutmusiker kommen aus Freiburg (meiner alten Heimat) und so fühle ich mich natürlich besonders wohl.

Leider ist an der TAHOWA bei dem hohen Wellengang am Ruderquadranten ein Edelstahlbolzen abgerissen, so dass der Autopilot nicht mehr arbeitet. Ein neues Teil muss angefertigt werden. Das kostet Zeit und einen Geldbetrag von insgesamt ca. 220,- EUR. Das ärgerliche daran ist, dass die Marina mehr Geld für den Vermittlungsservice kassiert als das Ersatzteil selbst kostet. Aber wenigstens funktioniert der Autopilot wieder, nachdem ich den neuen Gewindebolzen montiert habe.

Am Samstag verabschiedet sich Chris, um zurück nach Berlin zu fliegen. Gerade weil die letzten 14 Tage seglerisch sehr anspruchsvoll und anstrengend waren, bin ich froh und dankbar einen so guten Mitsegler an meiner Seite gehabt zu haben.

Ich danke Chris für seine zuverlässige Mithilfe an Deck und seine Ausdauer und das Durchhaltevermögen bei den teilweise zermürbenden Gegenanpassagen.

3. Etappe Schiffsüberführung

30. April 2016 at 23:00

La Coruna – Villamoura (Blogbeitrag in Bearbeitung)

Für diese dritte Etappe hat Winfried, ein guter Bekannter aus dem Heimat Seligenstadt, seine Unterstützung als zweites Crewmitglied zugesagt. Winfried bringt zwar bereits Segelerfahrung mit, ist aber noch nie auf einem Langfahrtschiff und auch noch nie bei Nacht gesegelt. Da ich diese dritte Etappe komplett durchsegeln will, ist es also ein mutiger Schritt für Winfried, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.

Nach einem super tollen Essen mit Tintenfisch, Fleisch und anderen Leckereien (Tipp von Winfrieds Zimmerwirtin), viel Rotwein und abschließendem Einkauf von 4 kg Schinken für Harry vom Skorpios Team, verlässt uns Olaf am frühen Morgen und zusammen mit Winfried werfe ich die Leinen los für die Tour entlang der spanischen Küste in Richtung Portugal.

Um es kurz zu machen: Alles super!

Der Wind und das Wetter passen und wir sind richtig flott unterwegs, es gibt auffallend viele Delphine zusehen und für mich ein ganz besonderes Highlight, denn ich erlebe den ersten Wal in der freien Natur. Gemächlich zieht er seine Bahn auf unserer Bb-Seite in nördlicher Richtung und bläst dabei in regelmäßigen Abständen seine Fontäne in die Luft. Nur seine Schwanzflosse will er uns leider nicht zeigen.

Endlich kann ich die lange Dünung des Atlantik – nach dem „Höllenritt“ auf der Biskaya – genießen und schauen wie sich die TAHOWA sacht in den Wellen wiegt. Das „Atmen“ des Oceans, wie man es vom Atlantik kennt. In den Nächten dann die Sterne und später das Mondlicht, die Stille der Nacht, unterbrochen durch die gelegentlichen Geräusche vom Segeltuch und begleitet vom Gurgeln des Kielwassers. Das ist Segeln!

Die Tage mit Winfried sind sehr entspannt und interessant für mich. Schließlich weiß er als echter Hesse und sehr umtriebiger und engagierter Seligenstädter (bzw. Klein-Welzheimer) so manche Geschichte aus der Seligenstädter Politik und der sonstigen Gesellschaft zu erzählen. Für mich als Neubürger eine interessante Erweiterung meiner Ortskenntnis und eine willkommende Abwechslung vom sonstigen Bordalltag. Auch seglerisch klappt es mit unserem Zweierteam reibungslos und Winfried nimmt alle Anregungen und Segelanweisungen dankend auf, so dass ich schon nach wenigen Stunden das volle Vertrauen habe, ihm die Wachführung zu übertragen. Ich lasse meine Segelkleidung an und bleibe in Rufweite, kann mich aber in meiner Freiwache im Salon ausstrecken und Kraft tanken.

Grundsätzlich wird die Sicherheit an Bord der TAHOWA – gerade in der Nacht – sehr ernst genommen. Jedes Crewmitglied ist ständig eingepikt (gesichert) und bei unklarer Wetterprognose wird vor Einsetzen der Dunkelheit bzw. bei Wachwechsel häufig gerefft. So wird erreicht, dass ein Crewmitglied in seiner Freiwache nicht durch ein vorhersehbares Segelmanöver unnötig in der Erholungsphase gestört wird. Wenn man mehrere Tage oder sogar Wochen am Stück unterwegs sein will, ist es wichtig, dass der Körper und die Psyche dieser Belastung auch gewachsen sind. Erholung, Schlaf und regelmäßige Ernährung sind dafür eine Grundvoraussetzung.

Ursprünglich hatte ich Faro als Zielhafen vorgesehen, aber daraus wurde nichts. Vermutlich hatten wir die Tage voher dem guten alten Rasmus zu wenige Opfer gebracht, denn plötzlich lief alles schief, was man sich bei einer Anfahrt eines fremden Hafens ausdenken kann. Auf dem Funkkanal des Hafenmeisters meldet sich niemand. Unter der im Hafenhandbuch angegebenen Mobilnummer meldet sich eine Frau, die kein einziges Wort englisch spricht und ich natürlich kein Wort Portugisisch. Bei der Touristenzentrale spricht man bzw. frau zwar englisch, aber auch dort kann man uns nicht weiterhelfen. Eine zweite Marina in der unmittelbaren Umgebung von Faro weist uns ab, obwohl noch einzelne Plätze frei wären. Dann ist irgenwann Niedrigwasser und wir sitzen in der Lagune vor Faro im Schlick fest.

Ziemlich entnervt entscheiden wir am Nachnittag, kurz vor Hochwasser, auf Villamoura auszuweichen, was ca. 15 sm entfernt liegt. Diese 15 Seemeilen werden wohl die längsten meines Lebens bleiben, weil ich bei der spontanen Entscheidung die Meeresströmung an der südportugisischen Küste unterschätzt habe. Wir stehen mit teilweise nur 0,7 kn Fahrt über Grund förmlich auf der Stelle und mühen uns tapfer stundenlang ab, um den ersehnten Hafen zu erreichen.

Bei absoluter Dunkelheit tasten wir uns kurz nach Mitternacht langsam durch die Hafeneinfahrt und wollen uns einen der vielen freien Plätze in der Marina suchen. Aber so geht das nicht, erklärt uns freundlich, aber bestimmt ein junger Mann von der Marina, der unser Manöver beobachtet hat und uns im Dinghi gefolgt ist. Zurück bitteschön in den Vorhafen an den  Steg der Tankstelle und dort warten, bis man am nächsten Morgen zuerst in der Reception einklariert hat.

Villamoura erscheint wie eine Kulisse. Vor Jahren vermutlich als modernes Marina-Projekt aus dem Boden gestampft, versprüht der Ort eine sehr künstliche ¨Ballermann-Atmosphäre“ mit unzählig vielen Lokalen und Bars. Jeden Abend füllt sich der Ort mit vielen unternehmungslustigen und mehr oder weniger trinkfesten Gruppen von Leuten, die dann ziemlich laut über die Hafenpromenade von Kneipe zu Kneipe ziehen. Für die Erledigung einiger kleiner technischer Dinge am Boot bietet die Marina allerdings eine brauchbare Infrastruktur (z. B. Segelmacher, Yachtzubehör etc.).

Mit einem sehr leckerem Paella-Essen verabschiedet sich Winfried, der von hier aus noch eine Woche Familienurlaub in der Umgebung von Faro geplant hat. Vermutlich wird er nicht das letzte Mal an Bord der TAHOWA gewesen sein, hat er doch für ausgefallende Segeltouren einiges ¨Blut geleckt¨ und seine weitere Mitsegelbereitschaft bereits angekündigt.

Auf der einwöchigen Atlantikroute entlang der spanischen Küste war Winfried für mich eine große Hilfe an Bord und ein willkommendes Crewmitglied. Vielen Dank für die gemeinsame Zeit auf der TAHOWA!

 

2. Etappe Schiffsüberführung

23. April 2016 at 22:58

Portsmouth – La Coruna (Blogbeitrag in Bearbeitung)

Mit vollem Wasser- und Dieseltank segeln wir von Portsmouth aus zu zweit weiter entlang der englischen Südküste in Richtung Westen. Zuerst geht es durch die Meerenge Solent in das interessante und landschaftlich wunderschöne Segelgebiet zwischen der Südküste Englands und der Isle of Wight. Der Solent gilt als eines der besten Segelreviere Englands, aber auch als Tidengewässer mit extremen Strömungsverhältnissen. Zuerst durchqueren wir den östlichen Teil des Solent mit der Meerenge Spithead, vorbei an der „Segelhauptstadt“ Cowes. Der Solent ist Austragungsort der berühmten und traditionsreichsten Segelregatta Englands, der Cowes Week, die seit 1826 jährlich im August im Städtchen Cowes auf der Isle of Wight abgehalten wird. Zudem fand hier bis 1999 auch der Admiral’s Cup statt. Es ist schon ein tolles Gefühl auf diesem ehrwürdigen Gewässer unterwegs zu sein und entsprechend schlagen unsere Seglerherzen etwas höher.

Da wir etwas hinter der Zeitplanung liegen, cenceln wir den ursprünglich geplanten Zwischenstopp in Plymouth bzw. Falmouth und kürzen die Route ab, indem wir früher den Kurs in Richtung Nordspanien auf die Biskaya ändern. Das Wetter sagt für die nächsten Tage nördliche Winde voraus, was für unser Ziel optimal ist.

Die Biskaya zeigt sich entsprechend der frühen Jahreszeit von ihrer rauhen Seite und so setzen uns die starken Winde und die sehr hohen Wellen ziemlich zu. Die Passage über das berüchtigte Seestück bewältigen wir nonstop in Wachen zu je 4 Stunden. Da es in der Nacht noch sehr kalt ist, wird es eine körperlich ziemlich anstrengende Angelegenheit. Da ständig Wellen und Gischt über das Deck rauschen, kommt zur Kälte auch noch die Nässe hinzu. Leider stelle ich erst jetzt fest, dass zwei Deckslüfter total kaputt sind und bei diesen Bedingungen das Salzwasser über die undichten Deckslüfter in den Salon und in die Toilette läuft. Unter diesen Wetterbedingungen ist aber an eine Reparatur nicht zu denken. Im Vorfeld hatte ein Segelfreund meine Routenplanung dahingehend kommentiert, dass es „etwas bekloppt“ wäre, schon Anfang April freiwillig auf der Biskaya zu segeln – ich muss eingestehen, irgendwie war dieser Kommentar berechtigt.

Zumindest tut die Windfahnensteuerung treu und zuverlässig ihren Dienst, was zumindest stundenweise die Arbeit des Rudergängers erleichtert. Bei 3-4 m hohen Wellen, müssen wir allerdings selbst steuern, weil die Anlage natürlich nur auf Windveränderungen reagiert, aber nicht die anbrausenden Wellen im richtigen Winkel ansteuern kann. Auch für den Steuermann ist es – vorallem in der Nacht – sehr schwierig, so dass die TAHOWA auch einige Male grenzwertig in Schräglage bzw. quer zu den Wellen gerät. Dennoch bin ich begeistert, wie die Yacht mit der extremen Situation klar kommt und fast immer weich in die Welle geht ohne zu sehr zu stampfen oder aufzuschlagen. Zu keinem Zeitpunkt kommt für die Crew ein unsicheres Gefühl auf, man fühlt sich im Mittelcockpit sicher und unter der festen Sprayhood auch einigermaßen geschützt vor den einbrechenden Wellen.

Da bei allen widrigen Wetterverhältnissen die Windrichtung für uns die ganze Zeit passend ist, rauschen wir mit ziemlich gutem Speed rasend in Richtung Nordspanien und erreichen La Coruna bereits nach 3,5 Tagen. Die Etmale (Seemeilen in 24 Stunden) lagen auf dieser Strecke bei ca. 140 sm. Ziemlich abgekämpft, aber zufrieden und erleichtert genießen wir die ersten Stunden im sicheren Hafen von La Coruna und lassen es uns in der etwas touristisch angehauchten, aber sehr netten Altstadt mit leckerem Fischessen, Wein und anderen Köstlichkeiten gut ergehen. Ich habe in La Coruna das erste Mal das Gefühl, ein wichtiges Teilstück der Überführung geschafft zu haben. In diesen ersten zwei Wochen war die seemännische Unterstützung von Olaf für mich sehr wichtig. Gerade auch durch die harten Erfahrungen auf der Biskaya ist mir die TAHOWA inzwischen sehr vertraut. Das ist auch wichtig, weil ich auf den nächsten Etappen noch mal mehr allein die Verantwortung für die Crew und das Boot haben werde. Ein großes Dankeschön an Olaf für seinen seemännisch guten Job an Bord!

1. Etappe Schiffsüberführung

16. April 2016 at 19:47

Hooksiel – Portsmouth

Am 09. April starte ich mit der Schiffsüberführung der TAHOWA über ca. 3.600 sm und einem Zeitfenster von 8 Wochen. Eigentlich ging es schon viel früher los. Es begann mit dem Kauf der Reinke 13 M im Herbst 2015, die jetzt auf dem Namen TAHOWA getauft ist und unter deutscher Flagge mit Heimathafen Hamburg läuft.

Mit dem Kauf war auch die Entscheidung gefallen, dass eine Überführung nach Griechenland als erste große Tour ansteht. Damit verbunden werden schlagartig viele Träume vom Langfahrtsegeln wach und kommen zum Greifen nah. Aber wie so oft liegen Träume und Realität nicht automatisch nah beieinander.

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Der Schiffskauf und die Organisation des direkt anstehenden Winterlagers in Hooksiel sind aufwendig, erfordern viele Fahrten von Seligenstadt an die Nordsee und verursachen nicht vorhergesehene Kosten. Aber die Freude über das neue Langfahrtschiff überwiegt und die Erwartungen auf eine neue Dimension des Segelns, auf große Reisen unter Segeln und auf lange Zeiten auf See mobilisieren die notwendige Motivation die anstehenden Arbeiten in Angriff zu nehmen. (…)

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